Konferenz 2015

Volle Ränge – XIX. Rosa-Luxemburg-Konferenz vergangenen Januar in der Urania. Foto: Gabriele SenftVolle Ränge – XIX. Rosa-Luxemburg-Konferenz vergangenen Januar in der Urania. Foto: Gabriele SenftDie Rosa-Luxemburg-Konferenz ist das wichtigste regelmäßige Symposium der radikalen Linken in Deutschland, behauptet einer der AfD-Wortführer, Hans-Olaf Henkel – und wenigstens da hat der Rechte recht: Jeden zweiten Samstag im Januar treffen sich gut 2.000 Linke aus allen Altersgruppen und Regionen und von unterschiedlicher sozialer und politischer Herkunft, um kämpferisch in das neue Jahr zu starten. Eine vergleichbare Veranstaltung gibt es im deutschsprachigen Raum tatsächlich nicht – kein Wunder, dass die Beteiligung wächst und auch aus dem Ausland Linke anreisen. Die nächste Konferenz findet am 10. Januar 2015 in der Berliner Urania statt. Veranstaltet wird sie von der Tageszeitung junge Welt, unterstützt von über 30 politischen und kulturellen Organisationen und Zeitungen – und Gästen aus aller Welt.

NATO – das heißt Krieg! Unter verschiedenen Aspekten werden die Hauptredner dazu aufklären: Die kanadische Ökonomin RadhikaDesai analysiert am Beispiel aktueller Krisen- und Kriegsherde wie Ukraine und Syrien innerimperialistische Widersprüche. Schwerpunkte des Beitrags von Otto Köhler, jW-Autor und Publizist, sind historische und gegenwärtige Traditionslinien des deutschen Imperialismus. Peter Mertens, Vorsitzender der Partei der Arbeit Belgien beschäftigt sich mit der Frage, was das Erstarken von rechtspopulistischen und faschistischen Bewegungen und Parteien mit der neuen Kriegsgefahr zu tun hat. Eingeladen ist auch der Kundschafter für den Frieden René González von den CubanFive, der früher nur in Form von Grußadressen an der Konferenz teilnehmen konnte, mittlerweile aber aus der politischen Haft in den USA entlassen wurde. Der Bürgerrechtler und Journalist Mumia Abu-Jamal hingegen sitzt noch immer im US-amerikanischen Knast, was ihn auch diesmal nicht hindert, einen Beitrag für die Konferenz vorzubereiten. Sein Landsmann und Journalistenkollege Linn Washington wird über den Kampf zur Befreiung Mumias und über die Friedensbewegung in den USA berichten. Oskar Lafontaine, unter anderem Oppositionsführer im saarländischen Landtag, spricht über die Notwendigkeit einer konsequent antimilitaristischen Kraft im Deutschen Bundestag. Der Platz hier reicht nicht, um alle Beiträge aufzulisten, andere sind noch in Planung. Das umfangreiche Begleitprogramm sowie den aktuellen Stand der Vorbereitungen kann man auf der Internetseite der Konferenz nachlesen. Fest stehen hingegen Thema und Zusammensetzung der Podiumsdiskussion, einer der Höhepunkte der Konferenz.

1996 fand die erste Rosa-Luxemburg-Konferenz statt. »Der Abschied der Linken vom Antimilitarismus« hieß damals der provokante Titel der Diskussionsrunde, die Partei Die Linke gab es zu diesem Zeitpunkt bekanntlich noch gar nicht. Gegenstand der Diskussion war die Einschätzung, dass das neue große Deutschland wieder Kriege führen wird – und zwar dank der Unterstützung der Grünen. Jürgen Trittin fand diese These geradezu pervers, zumal seine Partei noch in der Opposition war und »Raus aus der NATO« forderte. 1998 wurden die Grünen zusammen mit der SPD erstmals auf Bundesebene Regierungspartei, ein Jahr später folgte der militärische Überfall der NATO auf Jugoslawien, der erste Angriffskrieg mit offizieller deutscher Beteiligung seit 1945. Einer, der damals in dieser Regierung saß, war der damalige Parteivorsitzende der SPD und Finanzminister Oskar Lafontaine. Er legte im März 1999 seine politischen Ämter nieder, trat später aus der SPD aus und ist heute in der Partei die Linke aktiv. Gegenwärtig ist diese die einzige im Bundestag, die sich mehrheitlich und konsequent gegen Kriegseinsätze der Bundeswehr stellt. Allerdings mehren sich die Hinweise, dass diese Position aufgegeben wird, um eine künftige Regierungsbeteiligung zu erleichtern. Einer, der die Position vertritt, dass bei wichtigen Führungsleuten der Linkspartei der konsequente Antimilitarismus schon ad acta gelegt sei, ist ausgerechnet der CDU-Politiker Willy Wimmer. Gemeinsam mit dem Hamburger Schauspieler und Gewerkschafter Rolf Becker wird er Oskar Lafontaine auf der Konferenz die Frage stellen, wie genau dies verhindert werden kann – aber auch, was passiert, wenn die Linke in dieser Frage kippt. Planmäßig beginnt die Podiumsdiskussion um 17.30 Uhr.

Ab 19 Uhr, also früher als in den vergangenen Jahren und gleich im Anschluss an die Podiumsdiskussion, kommt es zum kulturellen Höhepunkt der Konferenz: Zu einem Konzert mit Dota Kehr, der Kleingeldprinzessin, und ihrem Gitarristen Jan Rohrbach werden sich die Folkpunkband The Pokes und Gian Paolo »Picchio« Picchiami, Leadsänger der legendären italienischen Gruppe Banda Bassotti, gesellen, bevor gegen 20.30 Uhr mit dem gemeinsamen Singen der Internationalen der offizielle Teil der Konferenz beendet wird.
Seit Jahren ist die Konferenz ausverkauft. Ab sofort können Eintrittskarten in der jW-Ladengalerie oder auf der Internetseite der Rosa-Luxemburg-Konferenz gekauft werden. Wir empfehlen, den Vorverkauf zu nutzen.

junge Weltjunge Welt

Unterstützer der Rosa-Luxemburg-Konferenz 2015

Das Plakat 2015

Plakat der Rosa-Luxemburg-Konferenz 2015

Broschüre 2015

Broschüre zur XX. Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz

Dokumentation sämtlicher Beiträge der XX. Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz vom 10.Januar 2015
Beiträge u.a. von: Oskar Lafontaine, Radhika Desai, Alex Rosen, Sharon Dolev, Hans Modrow
70 Seiten; 3,60 Euro

Zu bestellen im jW-Shop

2015 zu Gast

Radhika Desai

Radhika Desai, Ökonomin, Universität Manitoba, Kanada (Foto: privat)

 

Otto Koehler

Otto Köhler, Publizist (Foto: christian-ditsch.de)

 

Hans Modrow

Hans Modrow, eheml. DDR-Ministerpräsident, Vorsitzender des Ältestenrates der Partei Die Linke (Foto: Hans Modrow)

 

Oskar Lafontaine

Oskar Lafontaine, Politiker und Publizist (Foto: Roland Weihrauch/dpa)

 

Peter  Mertens

Peter Mertens, Vorsitzender der Partei der Arbeit Belgiens (PVDA/PTB) (Foto: PTB)

 

willy wimmer

Willy Wimmer, Politiker, ehem. Vizepräsident der OSZE (Foto: CDU/CSU)

 

Sharon Dolev

Sharon Dolev, Gründerin und Direktorin der Regionalen Friedens- und Abrüstungsbewegung in Israel (Foto: privat)

 

Dota Kehr

Dota Kehr (Die Kleingeldprinzessin) mit Jan Rohrbach und Special Guests (Foto: Sophie Krische)

 

Banda Bassotti

Gian Paolo »Picchio« Picchiami, Sänger der italienischen Band Banda Bassotti (Foto: Banda Bassotti)

 

The Pokes

The Pokes, Berlins No. 1 Folkpunk-Band (Foto: The Pokes)

 

Iwan Rodionow

Iwan Rodionow, Chefredakteur von RT Deutsch, Russland (Foto: Screenshot Youtube)

 

Linn Washington

Linn Washington, Journalist, USA (Foto: privat)

 

Mumia Abu Jamal

Mumia Abu-Jamal, Journalist, politischer Gefangener (USA) (Foto: jW-Archiv)

 

Rolf Becker

Rolf Becker, Schauspieler (Foto: jW)

 

Volker Hermsdorf

Volker Hermsdorf, Journalist, jW-Autor (Foto: privat)

 

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