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Foto: Florian BoillotFoto: Florian Boillot

Am Ende der Podiumsdiskussion strömen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach vorn. Als die ersten Töne der »Internationale«, des alten Liedes der Arbeiterbewegung aus der Zeit der Pariser Commune von 1871, angestimmt werden, sieht man die ersten geballten Fäuste. »Völker hört die Signale!« Für die weniger Textsicheren sind zuvor Handzettel verteilt worden. »Rotfront« schallt es jedesmal, wenn der Refrain wiederkehrt, durch die Halle. Mit dem Absingen des traditionsreichen Liedes geht die XXV. Internationale Rosa-Luxemburg-Konferenz der jungen Welt zu Ende: fast zehn Stunden Programm von den Kämpfen gegen Rassismus in den USA über die Lage in Lateinamerika bis hin zu den aktuellen Klassenkämpfen in Frankreich. Jetzt leert sich langsam der Saal. Kleine Gruppen stehen noch beisammen und diskutieren. Viele werden sich morgen bei der Liebknecht-Luxemburg-Demonstration wiedersehen. Und im nächsten Jahr – bei der XXVI. Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz. (jW)

Unsere Online-Berichterstattung von der XXV. Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz finden Sie hier.

Übernommen aus dem jW Online Spezial zur Konferenz 2020: https://www.jungewelt.de/blogs/rls-2020

 

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In Zeiten von Desinformation und Kriegstreiberei ist eine progressive Tageszeitung wichtiger denn je. Wir treten dem Trend des Verfalls energisch entgegen. Das ist nicht einfach, weil die Infrastruktur für die Zeitungsdistribution immer mehr verteuert oder ganz demontiert wird. Auch die Kosten für die Produktion steigen. Das soll aber nicht dazu führen, dass Erkenntnisgewinn zum Luxus wird.

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Die AfD allein war es nicht, die dafür sorgte, dass nach einer Welle der Hilfsbereitschaft im Herbst 2015 die Stimmung gegenüber geflüchteten Menschen in Deutschland kippte – da waren sich die Teilnehmer der Podiumsdiskussion zum Thema »Flucht, Migration und Klassenkampf« auf der Rosa-Luxemburg-Konferenz einig. Den Kipppunkt datiert jW-Chefredakteur Stefan Huth einleitend auf Anfang 2016, als Massenmedien ausführlich und zum Teil tendenziös über sexuelle Übergriffe in der Silvesternacht in Köln berichtet hatten und die AfD davon profitieren konnte. Daraufhin sei auch in linken Kreisen die Solidarität mit Flüchtlingen in Frage gestellt worden.

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Yoerky Sánchez Cuellar, Chefredakteur der Tageszeitung Juventud Rebelde und Mitglied des Staatsrates von Kuba bedankt sich für die Möglichkeit, auf der Rosa-Luxemburg-Konferenz reden zu können. Gemeinsam mit den anderen Teilnehmern könnten hier gemeinsam Überlegungen angestellt werden, um für eine bessere Welt zu kämpfen, so der 36jährige Chef der Zeitung des kommunistischen Jugendverbandes Kubas.

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Moderatorin Anja Panse kündigt den »kulturellen Höhepunkt« der Konferenz an: Eine Adaption des Oratoriums »Das Floß der Medusa« von Hans Werner Henze (Komposition) und Ernst Schnabel (Libretto). Ende 1968 wurde die Uraufführung in Hamburg kurzfristig abgesagt, weil der Komponist auf einem Che-Guevara-Plakat und einer rote Fahne bestand. Von Polizisten verletzt, wurde Henze in Gewahrsam genommen. Als die Chefredakteurin der Zeitschrift Melodie & Rhythmus (M & R), Susann Witt-Stahl, dem Schauspieler Rolf Becker vorschlug, dieses Werk dem Vergessen zu entreißen, sagte er zu, ohne lange zu überlegen.

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Das von der SDAJ organisierte »Jugendforum« stellt sich die Frage »Wessen Welt ist die Welt?« An der zentralen Podiumsdiskussion nehmen neben der SDAJ Vertreter der Initiative »Deutsche Wohnen und Co. enteignen«, von »Fridays for Future« sowie der Jugendorganisationen der Partei Die Linke (Solid) und der Föderation Demokratischer Arbeitervereine (DIDF) teil.

Gabriele vom »Free Mumia«-Bündnis in Berlin. Foto: Jens SchulzeGabriele vom »Free Mumia«-Bündnis in Berlin. Foto: Jens Schulze

Johanna Fernández, Historikerin und Sprecherin des Verteidigungsteam von Mumia Abu-Jamal, macht darauf aufmrksam, dass der Fall des schwarzen radikalen Aktivisten, Journalisten und früheren Black Panther durch Rassismus und beispiellose Verstöße gegen die US-Rechtsordnung gekennzeichnet sei. Seit 38 Jahren sitze er nun unter dem Vorwurf, einen Polizisten ermordet zu haben, in Haft, 28,5 Jahre davon im Todestrakt. Derzeit gebe es aber neue Hoffnung im Prozess gegen Mumia. Allgemein sei diese auch Ergebnis der neuen Bewegungen in den USA, beispielsweise »Occupy«. Insbesondere die Bewegung »Black Lives Matter« habe die Gesellschaft gezwungen, wieder über Klassenverhältnisse und Rassismus nachzudenken. Konkret sei insbesondere die Tatsache, dass sechs neue Archivkartons mit Beweismaterial gefunden wurden, Grund zur Zuversicht, dass Mumia bald freikommen könnte.

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Auf der Bühne sammeln sich Gäste und Teilnehmer aus Südamerika, Unterstützerinnen und Unterstützer der progressiven Kräfte des Kontinents. Moderatorin Anja Panse berichtet eingangs vom durchschlagenden Erfolg der Theatertour im vergangenen Jahr mit dem Stück »Rosa – Trotz alledem«. Vor allem in Brasilien war man sich unsicher, wie das Stück angenommen werden würde. Bei der ersten Aufführung standen jedoch Hunderte Menschen an und viele mussten wieder weggeschickt werden. Da sei den Beteiligten klargeworden, wie wichtig dieses Theaterstück gerade in Brasilien ist. Von den Zuschauern kam Dank dafür, dass die Künstler ihnen in finsteren Zeiten Mut machen mit Rosa Luxemburg.

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In der Bewegungsrunde kommen Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Gruppen und Bewegungen zu Wort, die aktuell in Kämpfe verwickelt sind: Johannes Heidner von »Ende Gelände«, Quang Paasch von »Fridays for Future«, Matthias von Herrmann von den »Parkschützern« aus Stuttgart, Johannes Schorling von »Deutsche Wohnen und Co. enteignen«, Julia Bach von »Rheinmetall entwaffnen« und Sven Lasko vom Verein »Kulturkosmos«. Die Frage, die für alle steht: Spielt Systemkritik, spielt der Kapitalismus in den einzelnen Kämpfen eine Rolle?

Max Zirngast. Foto: Willi EffenbergerMax Zirngast. Foto: Willi Effenberger

Der österreichische Journalist Max Zirngast hat die Bedeutung von Solidaritätskampagnen für inhaftierte Kollegen und Oppositionelle in der Türkei hervorgehoben. Zehntausende politische Gefangene gebe es zur Zeit in der Türkei, betonte Zirngast, der vom 11. September 2018 bis zum 24. Dezember 2018 selbst betroffen war und danach mehrere Monate nicht aus dem Land ausreisen durfte. Der frühere Kovorsitzende der Demokratischen Partei der Völker (HDP), Selahattin Demirtas, sei nun seit mehr als drei Jahren in türkischer Haft, während sich das Land in einer tiefen gesellschaftlichen Krise befinde, so Zirngast. Sein eigenes Beispiel zeige, wie wichtig Solidaritäts- und Öffentlichkeitsarbeit seien. Dass er nun hier sei, habe viel damit zu tun, hob der 31jährige hervor. Zirngast, der auch regelmäßig für junge Welt schreibt, war von türkischen Behörden verdächtigt worden, Mitglied der verbotenen marxistisch-leninistischen Partei TKP-K zu sein. Sein Freispruch erfolgte am 11. September 2019, genau ein Jahr nach seiner Inhaftierung.

Luz Díaz. Foto: Willi EffenbergerLuz Díaz. Foto: Willi Effenberger

Wie Luz Díaz, Vorsitzende der kolumbianischen Handelsgewerkschaft, berichtet, gab es 2016 Hoffnung auf ein Friedensabkommen zwischen der linken Guerrillaorganisation FARC und dem Staat. Nach der Unterzeichnung des Vertrags sank die Zahl der Ermordeten um mehr als 92 Prozent. Doch später sei der wahre Missstand zum Vorschein gekommen: die Korruption.

Foto: Florian BoillotFoto: Florian Boillot

Moderatorin Anja Panse heißt den Berliner Theaterregisseur Peter Wittig auf der Bühne herzlich willkommen und fragt ihn nach dem Ansatz seines Simon-Dach-Theaters (Sidat). Die Gruppe wolle den Zuschauern vermitteln: »Es ist eure Sache, die auf unserer Bühne verhandelt wird« – und zwar so, dass es Vergnügen mache im Sinne von Brecht. Vor einigen Jahren hat Wittig »Die hellen Haufen« von Volker Braun über den Kampf der Kumpel von Bischofferode nach der Konterrevolution inszeniert. »Das Stück fragt: Was wäre passiert, wenn daraus ein Volksaufstand geworden wäre«, ruft der Regisseur ins Gedächtnis. Bis zum Herbst will Sidat nun Brechts »Die Rundköpfe und die Spitzköpfe« auf die Bühne bringen, ein Stück über die Verführung durch nationalistische Ideologie.

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Russell betonte in seinem Referat, dass es mehr Linke in den USA gebe, als sich Menschen engagieren. Er führt es darauf zurück, dass wir alle nun einmal Gewohnheitstiere seien. Entscheidend sei die Umgebung, in der Menschen aufwachsen. Zur Veranschaulichung bedient sich Russell einer Analogie: »Falls man ein Wolfsjunges im Dschungel bei einer Affenfamilie aussetzt, was würde passieren?« Es würde von der Affenmutter ernährt werden. Umgeben von Affen, würde der Wolf dennoch lernen, den Mond anzuheulen, wie ein Wolf zu bellen, zu laufen und Fleisch zu fressen. Aber bei einem Menschen sei es anders: Ein menschliches Baby würde unter Wölfen zu einem Wolf und unter Affen zu einem Affen.

»Endstation Autoplanet« von Clementine Klein. Foto: Quim/jW»Endstation Autoplanet« von Clementine Klein. Foto: Quim/jW

Die Moderatorin Anja Panse bittet die Künstlerin Clementine Klein auf die Bühne. Ein Werk von Klein ist im Eingangsbereich der Konferenz ausgestellt: »Endstation Autoplanet«. Im Zentrum dieses großformatigen Bildes ist die Erde zu sehen, zum größeren Teil schon unbewohnbar. Was an Reste einer Ananas erinnert, könne man als Straße sehen, sagt die Künstlerin, und weist auf die Werbeslogans hin, die an den Rändern des zerstörten Planeten zu lesen sind. »Es gibt Menschen, die eine Leidenschaft haben und einen Wagen, der das ausnutzt«, zum Beispiel. So würden wir konditioniert, erklärt Klein. Indem die Werbung uns positive Konnotationen etwa gegenüber Autos angewöhne, bereite sie den Boden für die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen.

Kamal Hamdan und Susann Witt-Stahl. Foto: Willi effenbergerKamal Hamdan und Susann Witt-Stahl. Foto: Willi effenberger

Susann Witt-Stahl, Chefredakteurin der Melodie & Rhythmus, erinnert noch einmal an den großartigen Neustart des Magazins für Gegenkultur und daran, dass viele Menschen hier auf der Konferenz sind, denen dieser Neustart zu verdanken sei.

Es sei im vergangenen Jahr vieles geleistet worden von der M & R. Eines der Highlights: die Künstlerkonferenz. Zu erwähnen seien aber auch die Eigenproduktion »Floß der Medusa« und natürlich ganz wichtig: das Manifest der Gegenkultur. »Die Waffe der Kritik braucht ein Magazin, das ist eine Verpflichtung«, so Witt-Stahl. »Alles schreit danach, dass sie endlich gemacht wird, eine Weltrevolution, die auch klar ökologisch ist.«

Franz Haslbeck im Gespräch mit Anja Panse. Foto: Christian MangFranz Haslbeck im Gespräch mit Anja Panse. Foto: Christian Mang

Das Aktionsbündnis gegen die Münchner Sicherheitskonferenz hat am Samstag im Rahmen der Berliner Rosa-Luxemburg-Konferenz zur Großdemonstration am 15. Februar in der bayerischen Landeshauptstadt und zu weiteren Aktivitäten aufgerufen. Mit Blick auf die Konferenz von Wehrpolitikern, Militärs und Rüstungslobbyisten im Luxushotel Bayerischer Hof sagte der Münchner Aktivist Franz Haslbeck, es sei »relativ egal, welche Themen sie auf ihrer Showbühne präsentieren«. Im Hinterzimmer werde dort harte Interessenpolitik im Sinne des Kapitals gemacht. Die Bundeswehr habe sich längst von ihrem Selbstverständnis als Verteidigungsarmee verabschiedet und sei zu einer globalen Interventionsarmee umgebaut worden. Eine weitere Sprecherin der Antikriegsbewegung hob hervor, die Bundeswehr stelle nach den USA das zweitgrößte Kontingent beim geplanten NATO-Großmanöver »Defender 2020«.

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Lea Tsemel, die als israelische Rechtsanwältin seit fünf Jahrzehnten palästinensische Angeklagte vor Gericht vertritt, erwähnte zu Beginn ihrer Rede den Brief, den ein eifernder »antideutscher« Aktivist vor einigen Wochen an das Hotel geschickt hatte, in dem die Rosa-Luxemburg-Konferenz statffindet. Darin sei sie als »antizionistische Aktivistin« bezeichnet worden, die »für ihre Unterstützung und Rechtfertigung von Terrorismus« bekannt sei. Dieser Brief aus Deutschland ergänze den Aufruhr, der in Israel nach der Aufführung des Dokumentarfilms »Lea Tsemel. Anwältin« entfacht wurde (im Dezember 2019 auf die Shortlist für den Oscar gesetzt).

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Die gegenwärtigen Proteste gegen die Rentenkürzungen in Frankreich sind eng mit der Bewegung der »Gelbwesten« verbunden. Karl Ghazi, Sekretär des französischen Gewerkschaftsbundes CGT (Confédération générale du travail) für den Bereich Handel in Paris, sprach über den Zustand der Arbeiterbewegung in Frankreich. Dieser könne nur im Kontext der neolibaralen Umstrukturierung der Gesellschaft, des Niedergangs der Kommunistischen Partei und des Aufstiegs der Rechten verstanden werden.

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Otto Köhler ist der – niemals offizielle – Chronist der BRD mit ihrem bald schauderhaften, bald lächerlichen Personal, ihren alten und neuen Nazis, die diesen Staat aufbauten bzw. sich nunmehr dort wieder einnisten, ihren Medien und Gelehrten, die sich Geschichten und Geschichte so zurechtlegen, dass diese Nation in warmes Lichte rückt und die Welt wieder mit militärischen Expeditionen beglücken darf. Als er vor fünf Jahren auf der XX. Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz sprach, lautete der Titel seiner Rede: »Ja, ich bin es, Thersites – Schmäher aller Kriege, ihrer Feldherren, ihrer Propagandisten und ihrer Professoren«.

Foto: Willi EffenbergerFoto: Willi Effenberger

Alles auf Start. Moderate Geschäftigkeit, in Erwartung dessen, was da heute alles kommen mag. Das Gewusel an den Ständen oben im Atrium nimmt zu. Hallo, wie geht‘s? Man kennt sich, erkennt sich, freut sich. Na, auch wieder hier? Blick in den Saal, ganz schön groß, und die Decke irritierend niedrig. Die vorderen Stuhlreihen sind schon besetzt. Wer früher kommt, ist näher dran.

Renate Koppe ist Mitglied im Parteivorstand der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) und gehört deren internationaler Kommission an.

Einheit ist die Voraussetzung für den erfolgreichen Kampf der Lohnabhängigen gegen die herrschende Politik der Deregulierung und Kürzung – Protest von Geflüchteten für die Abschaffung der Residenzpflicht in Berlin (23.3.2013). Foto: Björn KietzmannEinheit ist die Voraussetzung für den erfolgreichen Kampf der Lohnabhängigen gegen die herrschende Politik der Deregulierung und Kürzung – Protest von Geflüchteten für die Abschaffung der Residenzpflicht in Berlin (23.3.2013). Foto: Björn KietzmannWer neue Kolonialkriege anzettelt, vertreibt Millionen Menschen. Wer dem Klimawandel, wenn überhaupt, nur in der Europäischen Union begegnen will, steigert Migration. Wer weltweit stetig mehr Armut verbreitet durch eine Wirtschaft, die tötet, lässt den Verzweifelten nur Flucht als Ausweg. Die Hauptverursacher von Kriegsnot, Umweltzerstörung und Elend sitzen im Westen – sie führen seit Jahrzehnten einen Klassenkrieg gegen die Armen dieser Welt, nicht gegen die globale Armut. Sie nutzen die vergleichsweise geringe Migration in die EU, um Nationalismus und Faschismus zu fördern und um Arbeiter- und Friedensbewegung, kommunistische und sozialistische Linke zu spalten und zu schwächen. Für die einen sind es Konkurrenten auf dem Arbeitsmarkt, für uns Klassenschwestern und -brüder. Wie geht die Linke in der Bundesrepublik damit um? Und welche Rolle spielt dabei die Systemfrage?

Über diese und andere Fragen werden am kommenden Sonnabend die Teilnehmer des Podiumsgesprächs auf der XXV. Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz der jungen Welt mit Chefredakteur Stefan Huth diskutieren. Wir stellen hier die Positionen der geladenen Gäste vor. (jW)

Um seinen politischen, ökonomischen und militärischen Einfluss zu stärken, betreibt der Imperialismus eine Politik der Einkreisung der Russischen Föderation und der Volksrepublik China. Teil dieser verstärkten Aufrüstung ist die Kündigung des INF-Vertrags durch die USA, die sich sowohl gegen Russland als auch gegen China richtet. Gleichzeitig wird die Aufrüstung der EU mit dem Militärbündnis Pesco (Permanent Structured Cooperation, deutsch Ständige Strukturierte Zusammenarbeit, jW) vorangetrieben, der Rüstungshaushalt wächst immer stärker. Unterstützt wird dies durch eine Politik ökonomischer Sanktionen.

Daniel Weber ist Leiter im Bereich Migration und Gleichberechtigung beim DGB-Bildungswerk Bund.

Willkommenskurs für Geflüchtete im bayerischen Ansbach (11.1.2016). Foto: REUTERS/Michaela RehleWillkommenskurs für Geflüchtete im bayerischen Ansbach (11.1.2016). Foto: REUTERS/Michaela RehleWer neue Kolonialkriege anzettelt, vertreibt Millionen Menschen. Wer dem Klimawandel, wenn überhaupt, nur in der Europäischen Union begegnen will, steigert Migration. Wer weltweit stetig mehr Armut verbreitet durch eine Wirtschaft, die tötet, lässt den Verzweifelten nur Flucht als Ausweg. Die Hauptverursacher von Kriegsnot, Umweltzerstörung und Elend sitzen im Westen – sie führen seit Jahrzehnten einen Klassenkrieg gegen die Armen dieser Welt, nicht gegen die globale Armut. Sie nutzen die vergleichsweise geringe Migration in die EU, um Nationalismus und Faschismus zu fördern und um Arbeiter- und Friedensbewegung, kommunistische und sozialistische Linke zu spalten und zu schwächen. Für die einen sind es Konkurrenten auf dem Arbeitsmarkt, für uns Klassenschwestern und -brüder. Wie geht die Linke in der Bundesrepublik damit um? Und welche Rolle spielt dabei die Systemfrage?

Über diese und andere Fragen werden am kommenden Sonnabend die Teilnehmer des Podiumsgesprächs auf der XXV. Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz der jungen Welt mit Chefredakteur Stefan Huth diskutieren. Wir stellen hier die Positionen der geladenen Gäste vor. (jW)

Im Deutschen Gewerkschaftsbund besteht ein grundsätzlicher Konsens: Wir sind für Einwanderung. Die soll nach bestimmten Regeln erfolgen. Wir sind zudem eindeutig für sichere und legale Wege für Schutzsuchende. Die Beschlüsse dazu sind mit überwältigenden Mehrheiten verabschiedet worden. In den Gewerkschaften gibt es aber auch immer wieder einzelne Menschen, die Einwanderung sehr kritisch sehen oder sogar offen rassistische Positionen unterstützen. Wir müssen auch als DGB-Bildungswerk Bund hart arbeiten, um den Konsens zu erhalten.

Yusuf As ist Mitglied der Bundesgeschäftsführung der Föderation Demokratischer Arbeitervereine (DIDF)

Ausbildung von Geflüchteten bei Siemens (Berlin, 21. April 2016). Foto: REUTERS/Fabrizio BenschAusbildung von Geflüchteten bei Siemens (Berlin, 21. April 2016). Foto: REUTERS/Fabrizio BenschWer neue Kolonialkriege anzettelt, vertreibt Millionen Menschen. Wer dem Klimawandel, wenn überhaupt, nur in der Europäischen Union begegnen will, steigert Migration. Wer weltweit stetig mehr Armut verbreitet durch eine Wirtschaft, die tötet, lässt den Verzweifelten nur Flucht als Ausweg. Die Hauptverursacher von Kriegsnot, Umweltzerstörung und Elend sitzen im Westen – sie führen seit Jahrzehnten einen Klassenkrieg gegen die Armen dieser Welt, nicht gegen die globale Armut. Sie nutzen die vergleichsweise geringe Migration in die EU, um Nationalismus und Faschismus zu fördern und um Arbeiter- und Friedensbewegung, kommunistische und sozialistische Linke zu spalten und zu schwächen. Für die einen sind es Konkurrenten auf dem Arbeitsmarkt, für uns Klassenschwestern und -brüder. Wie geht die Linke in der Bundesrepublik damit um? Und welche Rolle spielt dabei die Systemfrage?

Über diese und andere Fragen werden am kommenden Sonnabend die Teilnehmer des Podiumsgesprächs auf der XXV. Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz der jungen Welt mit Chefredakteur Stefan Huth diskutieren. Wir stellen hier die Positionen der geladenen Gäste vor. (jW)

Seit jeher ist Migration ein Teil der Menschheitsgeschichte. Und seit den ersten Tagen des Kapitalismus gehört die Arbeitsmigration zum System dazu. Sie vollzieht sich unabhängig vom individuellen Willen. Die kapitalistische Ausbeutung von Mensch und Umwelt, vor allem in abhängigen bzw. »kolonialisierten« Staaten, wirkt hierbei als Brandbeschleuniger.

»Floß der Medusa«-Aufführung auf der Künstlerkonferenz der M&R (8.6.2019). Foto: RubyImages/F. Boillot»Floß der Medusa«-Aufführung auf der Künstlerkonferenz der M&R (8.6.2019). Foto: RubyImages/F. BoillotDie Besucher der XXV. Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz erwartet am kommenden Samstag ein besonders spannendes Programm: Um 10.30 Uhr wird die Kunstausstellung der Gruppe Tendenzen zu den Klängen der Punkfolk-Kapelle The Pokes eröffnet, die meisten ausstellenden Künstlerinnen und Künstler sind anwesend. Nicht nur die Musiker ziehen dann weiter in den Hauptsaal, in dem pünktlich um 11 Uhr der französische CGT-Gewerkschafter Karl Ghazi über die aktuellen Kämpfe in Paris und ganz Frankreich berichten wird. Ihm folgt der Beitrag der israelischen Rechtsanwältin Lea Tsemel. Der über diese kämpferische Frau gedrehte Dokumentarfilm »Lea Tsemel, Anwältin« ist aktuell für einen Oscar nominiert, trotzdem oder gerade deshalb wurde im Vorfeld der Konferenz versucht, Stimmung gegen die Veranstaltung zu machen, unter anderem mit einem Appell an den Raumvermieter, den Auftritt von Tsemel nicht zuzulassen. Schon der Auftakt der Konferenz zeigt: Es kommt nicht nur darauf an, erstklassige Informationen aus erster Hand zu erhalten, sondern auch darauf, Solidarität zu zeigen!

Mobilisiert die Massen wie hier in Köln: Die »Fridays for Future«-Bewegung (29.11.2019). Foto: Thilo Schmuelgen/REUTERSMobilisiert die Massen wie hier in Köln: Die »Fridays for Future«-Bewegung (29.11.2019). Foto: Thilo Schmuelgen/REUTERS»Macht der Straße – Kampf um die Zukunft – Die Systemfrage beantworten«: Unter diesem Motto findet am 11. Januar 2020 die XXV. Internationale Rosa-Luxemburg-Konferenz in Berlin statt. Dort werden unter anderem Vertreter sechs unterschiedlicher Gruppen und Initiativen darüber berichten, mit welcher Perspektive sie auf den notwendigen Gesellschaftswandel blicken. An dieser Stelle skizzieren sie die Leitlinien ihrer Arbeit. Heute tun das Karla Wiegmann und Carla Reemtsma für die »Fridays for ­Future«-Bewegung.

»Fridays for Future« hat innerhalb von einem Jahr das Thema Klimaschutz weltweit auf die politische Agenda gebracht. Seit dem Dezember 2018 protestieren Schülerinnen auf der ganzen Welt für Klimagerechtigkeit und gehen dafür jeden Freitag auf die Straße. Während des dritten »globalen Klimastreiks« am 20. September beteiligten sich rund 1,4 Millionen Menschen länderübergreifend an den Protesten von »Fridays for Future«.

Demonstration gegen das Bahnprojekt »S 21« in Stuttgart (28.12.2012). Foto: Jan-Philipp Strobel/dpaDemonstration gegen das Bahnprojekt »S 21« in Stuttgart (28.12.2012). Foto: Jan-Philipp Strobel/dpa»Macht der Straße – Kampf um die Zukunft – Die Systemfrage beantworten«: Unter diesem Motto findet am 11. Januar 2020 die XXV. Internationale Rosa-Luxemburg-Konferenz in Berlin statt. Dort werden unter anderem Vertreter sechs unterschiedlicher Gruppen und Initiativen darüber berichten, mit welcher Perspektive sie auf den notwendigen Gesellschaftswandel blicken. An dieser Stelle skizzieren sie die Leitlinien ihrer Arbeit. Heute tut das Matthias von Herrmann für die Stuttgarter Initiative »Parkschützer«.

Die »Parkschützer« engagieren sich seit zehn Jahren gegen das Tunnelprojekt »Stuttgart 21« (S 21) und die damit verbundene Zerstörung des Stuttgarter Schlossgartens. Die Forderung an die verantwortlichen Verkehrspolitiker in Bund und Land sowie an die Deutsche Bahn lautet, den bestehenden und sehr gut funktionierenden Stuttgarter Hauptbahnhof zu erhalten und zu modernisieren, statt vollkommen widersinnig viele Milliarden Euro für »S 21« auszugeben. Dieses Projekt verringert die Schienenkapazität zunächst in Stuttgart erheblich, damit aber auch in ganz Südwestdeutschland, mit negativen Auswirkungen bis nach Bayern. Der »Deutschlandtakt«, ein integraler Taktfahrplan nach Schweizer Vorbild, ist damit in Südwestdeutschland nachweislich unmöglich.

Demonstration gegen »Mietenwahnsinn« am 6.4.2019 in Berlin. Foto: Christian-Ditsch.deDemonstration gegen »Mietenwahnsinn« am 6.4.2019 in Berlin. Foto: Christian-Ditsch.de»Macht der Straße – Kampf um die Zukunft – Die Systemfrage beantworten«: Unter diesem Motto findet am 11. Januar 2020 die XXV. Internationale Rosa-Luxemburg-Konferenz in Berlin statt. Dort werden unter anderem Vertreter sechs unterschiedlicher Gruppen und Initiativen darüber berichten, mit welcher Perspektive sie auf den notwendigen Gesellschaftswandel blicken. An dieser Stelle skizzieren sie die Leitlinien ihrer Arbeit. Heute tut das Johannes Schorling für die Initiative »Deutsche Wohnen und Co. enteignen«.

Es brodelt in Berlin. Kaum irgendwo sonst auf der Welt sind die Mieten in den letzten Jahren so schnell gestiegen. Das hat nicht nur damit zu tun, dass Berlin wächst und es zuwenig Wohnraum gibt. Vielmehr spielen Immobilienkonzerne eine entscheidende Rolle: Deutsche Wohnen, Vonovia, Akelius und Co. haben die Stadt als Goldgrube für sich entdeckt. Durch Privatisierungen sind Tausende ehemals kommunale Wohnungen zu Spottpreisen in die Hände dieser Unternehmen gelangt. Ihre Geschäftsstrategie lautet: Optimierung der Rendite durch aggressive Mietsteigerungspolitik.

Schikanen kennen die Besucher der »Fusion«: Fahrzeugkontrolle nahe Lärz (27.6.2019). Foto: Christian Charisius/dpaSchikanen kennen die Besucher der »Fusion«: Fahrzeugkontrolle nahe Lärz (27.6.2019). Foto: Christian Charisius/dpa»Macht der Straße – Kampf um die Zukunft – Die Systemfrage beantworten«: Unter diesem Motto findet am 11. Januar 2020 die XXV. Internationale Rosa-Luxemburg-Konferenz in Berlin statt. Dort werden unter anderem Vertreter sechs unterschiedlicher Gruppen und Initiativen darüber berichten, mit welcher Perspektive sie auf den notwendigen Gesellschaftswandel blicken. An dieser Stelle skizzieren sie die Leitlinien ihrer Arbeit. Heute tut das Sven Lasko für den Verein »Kulturkosmos«.

Im Jahr 2019 stand das Projekt »Fusion Festival« wie noch nie in seiner Geschichte zuvor mit dem Rücken zur Wand. Alle Zeichen standen auf Sturm, und die Zukunft des größten Ferienlagers der Republik war in Gefahr. Die Forderung der Polizei, das Festival durch eine »anlasslose Bestreifung« und eine zentral auf dem Festivalgelände gelegene Polizeistation zu überwachen (jW berichtete), war für die Veranstalterinnen: »ein Frontalangriff auf die Philosophie der ›Fusion‹ und das, was uns hier vereint – nämlich die Freiheit, sein zu können, wie wir sein wollen: zwanglos und unkontrolliert.« Wir stellten uns die Frage: »Kann unter solchen Umständen überhaupt noch ein Festival organisiert werden?«

Neuer Anlauf, uns aufzurütteln: Hannes-Zerbe-Quartett auf der M&R-Künstler-Konferenz im Juni (links der Komponist). Foto: F. BoillotNeuer Anlauf, uns aufzurütteln: Hannes-Zerbe-Quartett auf der M&R-Künstler-Konferenz im Juni (links der Komponist). Foto: F. BoillotIn seinen letzten Lebensjahren konnte sich der 2012 verstorbene Hans Werner Henze vor Aufträgen kaum noch retten: Die antiken Stoffe seiner Opern schmeichelten dem Bildungsbürgertum. Dazu schrieb der italophile Komponist eine Musik, die zwar zeitgenössisch war, die Hörer aber vor keine allzu großen Herausforderungen stellte und selten verstörte. Schon der junge Henze hatte Erfolge an wichtigen Opernhäusern gefeiert. Dass er – anders als seine Generationsgenossen Boulez, Nono oder Stockhausen – ästhetisch nicht nach radikaler Erneuerung strebte und bereitwillig den bürgerlichen Institutionen zuarbeitete, wurde dem jungen Mann aus Gütersloh gedankt. Es gab freilich auch Zeiten, in denen das Verhältnis Henzes zum deutschen Kulturbetrieb alles andere als ungetrübt war: die Jahre nach 1968.

Blockade der Schienen einer Kohlebahn bei Kathlower Mühle in der Lausitz (30.11.2019). Foto: Florian BoillotBlockade der Schienen einer Kohlebahn bei Kathlower Mühle in der Lausitz (30.11.2019). Foto: Florian Boillot»Macht der Straße – Kampf um die Zukunft – Die Systemfrage beantworten«: Unter diesem Motto findet am 11. Januar 2020 die XXV. Internationale Rosa-Luxemburg-Konferenz in Berlin statt. Dort werden unter anderem Vertreter sechs unterschiedlicher Gruppen und Initiativen darüber berichten, mit welcher Perspektive sie auf den notwendigen Gesellschaftswandel blicken. An dieser Stelle skizzieren sie die Leitlinien ihrer Arbeit. Heute tut das Johannes Heider für das Aktionsbündnis »Ende Gelände«.

Wie viel Braunkohle hierzulande verfeuert wird, wusste vor ein paar Jahren wahrscheinlich nur ein Bruchteil der Deutschen. Vier Jahre später ist den meisten klar, dass Braunkohle unter der Erde liegen bleiben und der Abbau, so schnell es geht, beendet werden sollte. Wie genau dieses Thema die Öffentlichkeit erreichte, ist wahrscheinlich unmöglich nachzuvollziehen. Doch eines ist klar: Das Bündnis »Ende Gelände« trägt daran eine »Mitschuld«. Seit 2015 haben Tausende Menschen immer wieder Kohleinfrastruktur blockiert. Dieses Jahr blockierte »Ende Gelände« das erste Mal mit zwei Aktionen alle drei Braunkohlereviere Deutschlands: das Leipziger Land sowie das Lausitzer und das Rheinische Braunkohlerevier. Medienwirksam zeigen Aktivistinnen, wie weit sie für den Kampf gegen die Klimakrise bereit sind zu gehen und dass sie dafür auch ein Gerichtsverfahren in Kauf nehmen.

Türkische Panzer vom Typ »Leopard 2A4« in der Nähe der syrischen Grenze (21.1.2018). Foto: XinHua/dpaTürkische Panzer vom Typ »Leopard 2A4« in der Nähe der syrischen Grenze (21.1.2018). Foto: XinHua/dpa»Macht der Straße – Kampf um die Zukunft – Die Systemfrage beantworten«: Unter diesem Motto findet am 11. Januar 2020 die XXV. Internationale Rosa-Luxemburg-Konferenz in Berlin statt. Dort werden unter anderem Vertreter sechs unterschiedlicher Gruppen und Initiativen darüber berichten, mit welcher Perspektive sie auf den notwendigen Gesellschaftswandel blicken. An dieser Stelle skizzieren sie  die Leitlinien ihrer Arbeit. Heute tut das Julia Bach für das Bündnis »Rheinmetall entwaffnen«.

Im Bündnis »Rheinmetall entwaffnen« ist der Kampf gegen Krieg und Waffenindustrie gemeinsamer Bezugspunkt. Uns verbindet die Perspektive einer friedlichen und gerechten Welt. Waffenexporte wie die des Rheinmetall-Konzerns dürfen dabei nicht isoliert betrachtet werden: Sie sind unmittelbar verknüpft mit weltweiten Kriegen, Flucht, Vertreibung und Tod. Krieg und Naturzerstörung haben zudem schwerwiegende Auswirkungen auf die globale Klimakatastrophe. Waffen aus Deutschland unterstützen an Land und auf dem Meer die Durchsetzung des tödlichen europäischen Grenzregimes gegen Flüchtende. Deutsche Waffen wie Leopard-Panzer werden im Krieg der Türkei und dschihadistischer Truppen in Rojava eingesetzt. Nicht nur aus diesen Gründen ist der Widerstand gegen Krieg und Rüstung breit aufgestellt.

Am Einlass zum Tagungsort der Rosa-Luxemburg-Konferenz herrschte auch im Januar 2019 Gedränge. Foto: Christian-Ditsch.deAm Einlass zum Tagungsort der Rosa-Luxemburg-Konferenz herrschte auch im Januar 2019 Gedränge. Foto: Christian-Ditsch.deDen Eintrittspreis für die kommende Rosa-Luxemburg-Konferenz können die Besucher selbst bestimmen: Je nach ökonomischer Möglichkeit gibt es die Karten entweder zum Normal- (24 Euro) oder zum Sozialpreis (18 Euro) für das gesamte Programm. Wir empfehlen, die Einlassbänder im Vorverkauf zu erwerben. Dafür einfach den Bestellcoupon in Ihrer Printausgabe der jW nutzen oder online unter www.rosa-luxemburg-konferenz.de/eintrittsbaender-2020. Bitte beachten Sie, dass Ihre Bestellung bis spätestens Freitag, den 3. Januar, per Post oder online bei uns eintrifft, denn nur so können wir das Einlassband noch rechtzeitig verschicken. Danach nehmen wir nur noch Reservierungen entgegen. Das Einlassband muss dann am Konferenztag bis spätestens 10.30 Uhr an der Tageskasse abgeholt werden. Restkarten und nicht abgeholte Karten gehen in den Tagesverkauf, die Tageskasse ist ab 9.30 Uhr geöffnet. In der jW-Ladengalerie (Torstraße 6, 10119 Berlin) können Sie Ihr Einlassband bis Freitag, den 10. Januar, 14 Uhr auch direkt kaufen.

Übrigens: Wer für die Konferenz in seinem Umfeld noch etwas Werbung machen will, kann sich beim Aktionsbüro ein RLK-Aktionspaket bestellen. Für fünf Euro Kostenbeteiligung bekommt man je 15 Flyer und Aufkleber, zwei A2-Plakate sowie ein A1-Plakat. Bestellungen nehmen wir über Telefon (030/53 63 55-10), per E-Mail (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) oder online unter www.rosa-luxemburg-konferenz.de entgegen.

Erschienen am 14. Dezember 2019 in der Tageszeitung junge Welt

Antirassistischer Protest in New York (Juli 2019). Foto: REUTERS/Michael A. McCoyAntirassistischer Protest in New York (Juli 2019). Foto: REUTERS/Michael A. McCoyBei seiner Kritik am aktuellen Zustand der Bewegung in Ferguson und generell in den USA bleibt Tory Russell nicht stehen. Organisiert in der »International Black Freedom Alliance« (IBFA), als deren internationaler Sprecher er nach Berlin kommt, entwickelt er mit anderen Mitstreitern die Erfahrungen schwarzer Basisbewegungen der letzten Jahrzehnte zu einem neu definierten Panafrikanismus. Die Strategie der IBFA zielt darauf ab, den globalen Kampf der Schwarzen verschiedener Kontinente zu vereinen. »Unser Ziel ist die Befreiung aller Schwarzen,« heißt ihr Credo. Dabei sei eines sicher: »Kollektiv zusammenzuarbeiten ist der einzige Weg herauszufinden, wie dieses Ziel zu erreichen ist.«

»Not Irish, not traditional, just poking the fire« – Am Mikro: Ian Beer. Foto: Andreas Domma»Not Irish, not traditional, just poking the fire« – Am Mikro: Ian Beer. Foto: Andreas Domma»Einfach hier in ’ne Reihe, oder soll’n ma hier rumöken?« Regisseur: »Ihr könnt in der Reihe anfangen und dann rumöken.« »Wat jetzt?!« »Wir sollen in ’ner Reihe anfangen und dann rumöken.«

Gut, dass wir das geklärt haben. Noch besser, dass die sechs Vögel, – die in dem Video zu dem Stück »God Save the Pokes« (2015) irgendwo in der Pampa erst beinahe bis zum Hals im Wasser stehen, bevor sie dann wie besengt durch die Gegend hüpfen, derweil ein so temperamentvoller wie formschöner Folk-Punk-Song mit Gitarre, Banjo, Schlagzeug, Akkordeon dem Hörer in den müden Körper fährt und das unverschämte Gehirn »Tanzen, jetzt!« denken lässt –, dass also ausgerechnet diese Typen am 11. Januar 2020 um 10.20 Uhr die Rosa-Luxemburg-Konferenz eröffnen. Das ist doch mal eine Ansage. High-Speed-Folk direkt nach dem Frühstück. Danach bist du definitiv wach – und bereit für die diskurslastigeren Dinge des politischen Lebens, Vorträge, Podiumsdiskussionen etc.

Gespräch mit Andreas Grüninger, Gründungsmitglied der sozialistischen Kinderorganisation »Rote Peperoni«

Bei der 25. Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz am 11. Januar 2020 in Berlin wird es neben einem Programm für Erwachsene auch eines für Kinder geben. Soll dabei ebenso über eine bessere Welt nachgedacht oder eher gespielt werden?

Beides. Es wird gespielt und gebastelt, aber wir werden mit den Kindern auch die aktuelle Situation in unserer Gesellschaft besprechen. Wir »Roten Peperoni« finden es als sozialistische Nachfolgeorganisation der »Jungen Pioniere« in Baden-Württemberg wichtig, mit den Kindern auch politische Zusammenhänge zu behandeln. Ähnlich läuft es bei unseren zweiwöchigen Sommerfreizeiten, die wir jährlich durchführen. 2019 stand bei uns das Thema »Wir haben nur diese eine Welt« im Mittelpunkt. Wir diskutieren mit den Kindern über die Klimakrise, darüber, wie mit Ressourcen umgegangen wird. Dazu haben wir mit ihnen gemeinsam demonstriert, Aktionen gemacht und Transparente gemalt. Letztere bringen wir mit nach Berlin zur Rosa-Luxemburg-Konferenz und wollen sie dort aufhängen.

Das Motto ist etwas sperrig geraten in diesem Jahr. Es wurde lange diskutiert in der »Gruppe Tendenzen Berlin«. Am Ende ging es um den Hinweis – speziell an Umweltbewegte –, dass die Produktivkräfte eine Stufe der Entwicklung erreicht haben, auf der sie »unter den bestehenden Verhältnissen nur Unheil anrichten« (Marx, »Deutsche Ideologie). Aber mach daraus mal einen griffigen Slogan, zu dem Künstler ihre Arbeiten für die Ausstellung auf der 25. Rosa-Luxemburg-Konferenz (RLK) im Januar einreichen sollen! Geeinigt hat die Gruppe sich schließlich auf »Wenn Produktion in Destruktion umschlägt: Kapitalismus zerstören, nicht Mensch und Natur!« Was in der Sache ja von wünschenswerter Klarheit ist.

Wer die Möglichkeit nutzen will, die Tageszeitung ­junge Welt an einem einzigen Tag kennenzulernen, sollte die Internationale Rosa-Luxemburg-Konferenz besuchen, die am 11. Januar 2020 in Berlin stattfindet. Dort gibt es all das, was diese außergewöhnliche Zeitung ausmacht, zum Beispiel Außenpolitik: Aktivisten sozialer Bewegungen aus Libanon und Israel, USA und Kuba, Kolumbien und Frankreich berichten über ihre Erfahrungen. Kultur wird nicht irgendwo am Schluss angepappt, sondern findet im laufenden Programm statt: Eingerahmt von den Folk-Punkern The Pokes gibt es revolutionäre Kunst mit dem Stück »Das Floß der Medusa«, dem libanesischen Weltmusiker Marcel Khalifé und progressiver Theaterkultur. Natürlich fehlt auch die Innenpolitik nicht: So werden in einer Gesprächsrunde Vertreter von sechs verschiedenen Bewegungen (darunter auch Fridays for Future) über ihre Erfahrungen berichten. Mit der abschließenden Podiumsdiskussion loten wir aus, welchen Einfluss Flucht und Migration auf die Klassenkämpfe im Land haben.

Gespräch mit Johannes Heidner, aktiv im Bündnis »Ende Gelände« aktiv und Gast auf der kommenden Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz am 11. Januar 2020

Nach dem »globalen Klimastreik« am heutigen Freitag folgt ab morgen ein »Aktionswochenende für Klimagerechtigkeit«. Der Druck von der Straße auf die Verantwortlichen ist weiterhin deutlich zu spüren. Wo steht die Bewegung, zu der auch das Bündnis »Ende Gelände« zählt, zum gegenwärtigen Zeitpunkt?

Sie stellt sich immer besser auf, soviel ist klar. Es gibt aber nach wie vor ein großes Potential, noch mehr Menschen zu mobilisieren. Das Thema wird zwar von der Bundesregierung aufgegriffen, aber es wird viel zuwenig getan. Daran haben auch der sogenannte Kohlekompromiss oder das Klimapaketchen, wie wir es nennen, nichts geändert.

Yoerky Sánchez Cuéllar. Foto: Alex CastroYoerky Sánchez Cuéllar. Foto: Alex CastroEs ist die 25. Internationale Rosa-Luxemburg-Konferenz – und es zeichnet sich schon jetzt ab, dass es wohl die bisher am meisten besuchte sein wird! Zwar findet die Veranstaltung am 11. Januar 2020 wieder im Berliner Kongresszentrum des Mercure-Hotels MOA statt, durch Erweiterungen und Umbauten wurden allerdings die zur Verfügung stehenden Flächen vergrößert. Noch liegt das Programm nicht komplett vor, trotzdem wurden bereits 690 Einlassbänder bestellt oder verkauft.

Der amtierende Präsident Boliviens ist von reaktionären Kräften zum Rücktritt gezwungen worden, allerdings hat das Parlament seinen Rücktritt nicht akzeptiert. Die von den Herren Trump und Bolsonaro geführten Regierungen in den USA und Brasilien haben trotzdem mal so eben eine Frau Añez anerkannt, die sich selbst zur neuen Regierungschefin erklärt hatte. Die deutsche Regierung schweigt, in Bolivien wird gegen diesen Putsch gekämpft! Wir rufen alle Teilnehmenden der kommenden 25. Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz zu einer Solidaritätsmanifestation für die kämpfenden Antiimperialisten in Bolivien und in ganz Lateinamerika auf! Gäste aus Bolivien, Kolumbien und Kuba werden über die Lage berichten, wir erwarten Videobotschaften von Persönlichkeiten aus Kultur und Politik und werden eine Erklärung verabschieden, mit der wir uns zur aktiven Solidarität verpflichten.

Erschienen am 16. November 2019 in der Tageszeitung junge Welt

Am 11. Januar 2020 öffnen sich in Berlin zum 25. Mal die Türen zur Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz. Zeit für einen Rückblick? Gerne ein anderes Mal! Denn jetzt ist Zukunft angesagt, genauer: »Macht der Straße – Kampf um die Zukunft …«. So lautet der Titel der nächsten Konferenz, die Protestbewegungen auf der ganzen Welt gewidmet ist. Mit dem uns sehr wichtigen Zusatz – weil wir der gesamten Diskussion eine Richtung geben wollen – »… die Systemfrage beantworten«.

Seit dem Niedergang des sozialistischen Weltsystems eilen rechte und faschistische Kräfte scheinbar unaufhaltsam von Erfolg zu Erfolg, während fortschrittliche Kräfte immer mehr in die Defensive geraten. Doch mittlerweile regt sich weltweit auf den Straßen Widerstand. Aktivisten erkennen, dass bestehende Verhältnisse geändert werden müssen – und können. Immer mehr wird deutlich, dass es nicht nur um diese oder jene Reform geht, sondern um Grundsätzliches: Die Systemfrage wird gestellt.

AUFRUF zur TEILNAHME an der KUNSTAUSSTELLUNG

im Rahmen der XXV. Internationalen Rosa–Luxemburg–Konferenz
am 11.01.2020 im Mercure Hotel MOA Berlin, Stephanstr. 41, 10559 Berlin

Zum siebenten Mal in Folge organisiert die GRUPPE TENDENZEN BERLIN gemeinsam mit der Tageszeitung junge Welt eine Kunstausstellung anlässlich der Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz. In diesem Jahr lautet der Titel:

Wenn Produktion in Destruktion umschlägt:
Kapitalismus zerstören, nicht Mensch und Natur!

In der »Deutschen Ideologie« analysiert Marx, dass »in der Entwicklung der Produktivkräfte […] eine Stufe ein[tritt], auf welcher Produktionskräfte und Verkehrsmittel hervorgerufen werden, welche unter den bestehenden Verhältnissen nur Unheil anrichten, welche keine Produktionskräfte mehr sind, sondern Destruktionskräfte.« Dies gilt für alle Bereiche der Produktion – auch für die Landwirtschaft, wo der Boden durch immer mehr Dünger und Pflanzenschutzmittel ruiniert werden. Die Produktionskräfte wirken gleichsam destruktiv auf die Natur, die im Kapitalismus bloß ein Ausbeutungsobjekt ist. Diese Art des Umgangs mit der Natur ist allein durch eine Umwälzung aller kapitalistischen Verhältnisse zu verändern.

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