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Mobilisiert die Massen wie hier in Köln: Die »Fridays for Future«-Bewegung (29.11.2019). Foto: Thilo Schmuelgen/REUTERSMobilisiert die Massen wie hier in Köln: Die »Fridays for Future«-Bewegung (29.11.2019). Foto: Thilo Schmuelgen/REUTERS»Macht der Straße – Kampf um die Zukunft – Die Systemfrage beantworten«: Unter diesem Motto findet am 11. Januar 2020 die XXV. Internationale Rosa-Luxemburg-Konferenz in Berlin statt. Dort werden unter anderem Vertreter sechs unterschiedlicher Gruppen und Initiativen darüber berichten, mit welcher Perspektive sie auf den notwendigen Gesellschaftswandel blicken. An dieser Stelle skizzieren sie die Leitlinien ihrer Arbeit. Heute tun das Karla Wiegmann und Carla Reemtsma für die »Fridays for ­Future«-Bewegung.

»Fridays for Future« hat innerhalb von einem Jahr das Thema Klimaschutz weltweit auf die politische Agenda gebracht. Seit dem Dezember 2018 protestieren Schülerinnen auf der ganzen Welt für Klimagerechtigkeit und gehen dafür jeden Freitag auf die Straße. Während des dritten »globalen Klimastreiks« am 20. September beteiligten sich rund 1,4 Millionen Menschen länderübergreifend an den Protesten von »Fridays for Future«.

Im Zentrum unserer Bewegung steht seit einem Jahr die Forderung an die Regierungen der Welt, die Wissenschaft ernst zu nehmen und wirksame Klimaschutzmaßnahmen zu ergreifen. Sollte die Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels des Pariser Klimaabkommens nicht erfüllt werden, ist das Überleben der folgenden Generationen nicht gesichert.

Wir fordern daher deutschlandweit bis 2035 die CO2-Emissionen auf »Nettonull« zu senken, den Kohleausstieg bis 2030 umzusetzen und 100 Prozent erneuerbare Energieversorgung bis 2035 zu erreichen. Diese Forderungen wurden gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen ausgearbeitet und sind auf Grundlage des Pariser Klimaabkommens entstanden.

Wir mobilisieren für unsere Streiks mittlerweile generationenübergreifend Menschen, die sich für das entschlossene Handeln der Politik beim Thema Klimaschutz einsetzen. Beim letzten globalen Klimastreik wurden vor allem Studierende mobilisiert, die sich nach ihrer Klimastreikwoche an der Uni den Protesten anschlossen. Aber auch Umweltschutzgruppen wie beispielsweise der BUND, Greenpeace und der Nabu beteiligen sich regelmäßig an unseren Aktionen.

Unsere Proteste versammelten anfangs vor allem Schülerinnen, wurden größer und bekamen Unterstützung von Verbänden und anderen gesellschaftlichen Gruppen. Die Vernetzung mit anderen Klimagerechtigkeitsbewegungen erfolgt im Rahmen der Mobilisierung und in der Organisation von Events. Beispielsweise haben wir uns am 30. November 2019 bei einer gemeinsamen Aktion unter dem Namen »Anti-Kohle-Kidz« mit dem Bündnis »Ende Gelände« vernetzt.

Unsere Kritik richtet sich fortlaufend gegen das unzureichende Handeln der Regierung in bezug auf Klimagerechtigkeit. Wir brauchen ein sozialverträgliches Klimaschutzgesetz, welches sich am 1,5-Grad-Ziel des Pariser Abkommens orientiert. Wir werden freitags weiter streiken, bis die Regierungen dieser Welt gehandelt haben, um die globale Klimakrise aufzuhalten.

Erschienen am 20. Dezember 2019 in der Tageszeitung junge Welt

Broschüre 2020

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