junge Welt gegen die Putschisten

Hände weg von Venezuela!

Mit der Alternativveranstaltung »Hände weg von Venezuela« protestiert am Dienstag Abend ein breites Bündnis aus 30 Organisationen, Parteien, Medien und Initiativen gegen die einseitige Ausrichtung der Lateinamerika-Karibik-Initiative-Konferenz, die derzeit im Auswärtigen Amt stattfindet. Im mit mehr als 700 Besuchern vollbesetzten Humboldt-Saal der Berliner »Urania« erinnerte Carolus Wimmer, Internationaler Sekretär der Kommunistischen Partei Venezuelas und Abgeordneter des Lateinamerikanischen Parlaments, zunächst an die US-amerikanische Dominanz in Lateinamerika. »Das ist die Linie des US-Imperialismus seit 100 Jahren«, erklärte er. »Wir sind ein Dorn in dessen Auge.« Wimmer verwies auf die Nicht-Einladung des venezolanischen Außenministers zur Konferenz im Auswärtigen Amt und die Anerkennung des »Interimspräsidenten« Juan Guaido durch die deutsche Regierung. »Der volle Saal hier ist ein Zeichen für die Solidarität mit Venezuela. Wir sind die Mehrheit, müssen uns organisieren, um eine Invasion der USA zu verhindern«, erklärte Wimmer.

Der Journalist und Publizist Hernando Calvo Ospina machte auf den jahrzehntelangen Einfluss der USA auf Lateinamerika aufmerksam, verurteilte die Folgen des Drogenkrieges in Kolumbien. »Das löste den brutalen Paramilitarismus aus«, sagte Ospina, der Mitte der 1980er Jahre seine Heimat Kolumbien aufgrund von Verfolgung verlassen musste und seither in Frankreich lebt. »Die USA können jeden militärischen Stützpunkt in Kolumbien besetzen, ohne dass sie eine Erlaubnis von irgendjemandem brauchen.«

Cecilia Todd, Sängerin aus Venezuela, unterhielt die Zuschauer im Anschluss mit ihren Interpretationen traditioneller venezolanischer und südamerikanischer Lieder, die sie mit dem Cuatro, einer kleinen viersaitigen Gitarre, vortrug. »Danke für diese Unterstützung und eure Herzlichkeit«, rief sie dem Publikum zu.

Im Verlauf des Abends werden in der Berliner Urania unter anderem der Gewerkschafter Orhan Akman und der venezolanische Vizeaußenminister Yván Gil sprechen. Außerdem gibt es ein umfangreiches Kulturprogramm. Zum Abschluss wollen die Teilnehmer der Veranstaltung eine Resolution in Solidarität mit Venezuela verabschieden.

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