18.12.2013

RLK 2014: Vierte Macht und Heimatfront

Die von junge Welt veranstaltete XIX. Internationale Rosa-Luxemburg-Konferenz am 11. Januar 2014 wird eine »Manifestation gegen imperialistische Kriege«. Das Interesse an der Veranstaltung in der Urania in Berlin ist schon jetzt enorm, noch nie gab es so viele Kartenvorbestellungen wie in diesem Jahr.

Neben mehreren Vorträgen ab 11 Uhr geht eine Podiumsrunde der Frage nach, wie Kriege mental möglich gemacht werden. Trau keinem Fernsehbild aus einem Kriegsgebiet, lautet der Ratschlag eines erfahrenen Journalisten. Ein anderer formuliert: Wichtiger als die Täuschung des Feindes ist heute die der eigenen Bevölkerung. Aus der Legende von der »Notwehr«, die Kaiser, Reichskanzler und auch die SPD-Reichstagsfraktion 1914 für die deutsche Kriegserklärung erfanden, sind »humanitäre Missionen« und der Krieg für Menschenrechte und Demokratieexport geworden. Die Bevölkerung wird auf Krieg eingestimmt und zugerichtet: Ob »internationaler Terrorismus« oder »Schurkenstaat«, ob »Kreuzzug« oder »nationale Sicherheit« – es regiert die Fälschung. Was Medien in dieser Hinsicht erreichen können und was nicht, darüber diskutieren Rainer Rupp (ehemaliger Mitarbeiter im NATO-Hauptquartier, heute jW-Autor) und Karin Leukefeld (jW-Autorin) sowie Anders Kaergaard (dänischer Whistleblower und Geheimdienstaussteiger) und Freja Wedenborg (Redakteurin der dänischen Tageszeitung Arbejderen) ab 13 Uhr.

Entscheidend für den Friedenskampf ist nicht nur die Aufklärung über Kriegspropaganda, sondern auch die Antwort auf die Frage: Wer nimmt teil am Kampf gegen den Krieg, und wer organisiert ihn – auf Straßen, in Betrieben, Schulen, Hochschulen und Parlamenten? Wer Krieg will, versucht stets, die Bewegung der Kriegsgegner zu spalten und zu zersplittern. Es genügt nicht, das zu verhindern. Das Eintreten für Frieden ist untrennbar verbunden mit dem Kampf für Veränderungen – hin zu einer Gesellschaft, die Frieden, nicht Krieg benötigt. Darüber diskutieren die Teilnehmer der zweiten Podiumsrunde ab 17.30 Uhr: Maria do Socorro Gomes Coelho (Präsidentin des Weltfriedensrates), Ulrich Schneider (Generalsekretär Internationale Föderation der Widerstandskämpfer FIR), Bernd Riexinger (Vorsitzender der Partei Die Linke) und Monty Schädel (Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegner DFG-VK).

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