06.01.2014

Von Belgrad nach Damaskus

Am kommenden Samstag findet in der Berliner Urania die XIX. Internationale Rosa-Luxemburg-Konferenz statt. 100 Jahre, nachdem der Erste Weltkrieg und 75 Jahre, nachdem der Zweite Weltkrieg begann, können die imperialistischen Mächte wieder fast ungehindert aggressive Ziele verfolgen. Der Rohstoffsicherung und Durchsetzung der Profitlogik wird weltweit zu wenig Widerstand entgegengesetzt. Organisiert von junge Welt und unterstützt von zahlreichen Organisationen will die Rosa-Luxemburg-Konferenz in diesem Jahr als »Manifestation gegen imperialistische Kriege« Impulse für eine neue europäische Friedensbewegung setzen.

Als Gäste erwartet werden unter anderen Maria do Socorro Gomes Coelho aus Brasilien, Präsidentin des Weltfriedensrates, Ulrich Schneider, Generalsekretär der Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer (FIR), Bernd Riexinger, Vorsitzender der Partei Die Linke, der kanadische Globalisierungskritiker Michel Chossudovsky und aus Südafrika Denis Goldberg, Kampfgefährte von Nelson Mandela.

Aus Belgrad kommt der ehemalige jugoslawische Außenminister Zivadin Jovanovic zu der Konferenz. Der Jurist war von 1998 bis 2000, dem gewaltsamen Sturz von Präsident Slobodan Milosevic, Außenminister Jugoslawiens. Jovanovic hat die Zeit der NATO-Kriegsdrohungen, die »Verhandlungen« von Rambouillet, die 78tägige Bombardierung seines Landes und die anschließende Besetzung des Kosovo als Berufsdiplomat erlebt. Sein Insiderwissen ist nicht zuletzt mit Blick auf die Syrien-Verhandlungen Ende Januar in der Schweiz hochaktuell. Er hat seinen Vortrag »Von Belgrad nach Damaskus – von Krieg zu Krieg« überschrieben.

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